Makrobios Panonija so.p. haben drei Jahre lang erfolgreich das Projekt der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) geleitet.
Einbeziehung von Ökosystemleistungen in die nachhaltige Landwirtschaft am Beispiel der Sicherstellung der Artenvielfalt
von blühenden Wiesen, das im Juni 2024 abgeschlossen wird.
Zweck des Projekts
Mit dem populären Begriff blühende Wiesen bezeichnen wir hauptsächlich (halb-)trockene extensive
Grasflächen, die aufgrund ihrer Artenvielfalt zu den wertvollsten, aber gleichzeitig am stärksten gefährdeten Ökosystemen Europas gehören. Unser
Projekt konzentrierte sich auf die Erhaltung dieser einzigartigen Lebensräume, die Erhöhung der Artenvielfalt
durch die Einbringung charakteristischer autochthoner Arten, die aufgrund der vergangenen Nutzung zu verschwinden begannen, sowie
die Förderung verschiedener Ökosystemleistungen extensiver Wiesen, die über ihre Nutzung
als Weide oder Futter für Nutztiere hinausgehen (ästhetischer, touristischer, Erholungswert, Nutzbarkeit wilder
Pflanzen in der Ernährung, Heilkunde usw.). Das Projekt basierte auf der Verknüpfung verschiedener Wissensbereiche (forschungs-
akademischer, fachlicher und nutzerbezogener).
Ziel des Projekts war es, Maßnahmen bzw. Modelle für die Gestaltung, Erhaltung und Pflege
von blühenden Wiesen unter verschiedenen Umweltbedingungen zu entwickeln und zu testen. Damit wollten wir den blühenden Wiesen neue
Werte hinzufügen, was ihre langfristige Erhaltung ermöglichen und potenziell die wirtschaftliche
Sicherheit der landwirtschaftlichen Betriebe erhöhen wird.
Durchführung des Projekts, Ergebnisse und Schlussfolgerungen
Den praktischen Teil des Projekts führten wir auf fünf landwirtschaftlichen Betrieben durch: Kmetija Zaplana 1890,
Makrobios Panonija so.p., TK Pri Andrejevih, TK Široko, Kmetija Slavka Žagarja. Die Bauernhöfe
befinden sich in verschiedenen Teilen Sloweniens in Umgebungen mit unterschiedlichen Gegebenheiten.
Auf der Grundlage der Daten, die wir durch die Feldarbeit gewonnen haben, mit Hilfe des Wissens der Landwirte und aus der Literatur haben
wir Projektflächen ausgewählt und gezielt Maßnahmen und Methoden zur Gestaltung und Erhaltung von Wiesen entwickelt, die
wir dann in zwei Saisons auch in der Praxis getestet haben. Die Methoden zur Gestaltung von Wiesen bezogen sich auf
die Wiedereinbringung fehlender Pflanzenarten und umfassten: Ausbringung von Heustaub, Ausbringung von handgepflückten
reifen Samen, kommerzielle Saatgutmischungen sowie Ausbringung von frischer Biomasse von ausgewählten
artenreichen Spenderflächen in der Umgebung der Projektflächen. Auf jedem Bauernhof führten wir mindestens
eine der vorgeschlagenen Maßnahmen durch, in den meisten Fällen konnten wir jedoch mindestens zwei verschiedene durchführen. Auf dem Bauernhof
Zaplana 1890 haben wir auch eine sogenannte In-situ-Genbank eingerichtet – eine geschützte artenreiche Wiesenfläche,
die sowohl für Bildungszwecke als auch als Materialquelle für die Renaturierung
von Wiesen in der Region dienen kann. Die Erhaltungsmethoden umfassten Richtlinien und Maßnahmen zur Pflege ausgewählter
Wiesenflächen wie: seltene und späte Mahd, keine Beweidung (bzw. höchstens extensive) sowie
Düngung, manuelle Entfernung unerwünschter Pflanzen usw.
Wir haben die Methoden unter sehr unterschiedlichen klimatischen und Bodenbedingungen getestet, was die breitere
Anwendbarkeit der Schlussfolgerungen erhöht. Die Motivation der Landwirte zur Durchführung der vorgeschlagenen Maßnahmen war entscheidend, daher haben
wir großen Wert auf die Ökosystemleistungen blühender Wiesen gelegt und über den Nutzwert (Kulinarik, Bildung, Ästhetik, Heilpflanzen,…) der Pflanzenarten artenreicher
Wiesen aufgeklärt. Letzteres wird auch in den Leitfaden für gute Praktiken aufgenommen, den wir vorbereiten, und kann somit als Grundlage für die Einbeziehung blühender Wiesen in das Angebot bzw. die Aktivitäten auf dem Bauernhof dienen.
Erreichte Ziele des Projekts:
– Durchführung von Maßnahmen zur Wiederherstellung von blühenden Wiesen auf Flächen, die aufgrund der vergangenen Nutzung nicht mehr die optimale Zusammensetzung aufweisen,
– Testen verschiedener Methoden zur Wiedereinbringung fehlender Pflanzenarten,
– Entwicklung von Rahmenrichtlinien für die Einrichtung und spätere Bewirtschaftung extensiver Wiesen sowie
– Sensibilisierung für den Mehrwert bzw. die Ökosystemleistungen dieser Wiesen für die Landwirtschaft bzw.
Förderung des ästhetischen, touristischen und Erholungswerts der Wiesen sowie der Nutzbarkeit wilder Pflanzen
in der Ernährung und Heilkunde.
Für die erfolgreiche Durchführung des Projekts war die Zusammenarbeit von Landwirten und Fachleuten von entscheidender Bedeutung. Die Maßnahmen haben wir
gemeinsam mit den Partnerbetrieben konzipiert. Da es in der Praxis schwierig ist, die Qualität des ausgewählten
Saatgutmaterials zu überprüfen, haben wir mehrmals größere Mengen an frischer Biomasse bzw. Streugut
geprüfter Herkunft aus ausgewählten geeigneten artenreichen Wiesen in der Umgebung ausgebracht. Das manuelle Sammeln von Samen ist zeitaufwändig
, aber Qualität und Menge können besser reguliert werden. Bei kommerziellen Mischungen oder bei der Ausbringung
von Mischungen unbekannter Herkunft besteht immer noch eine (zu) große Möglichkeit der Einbringung unerwünschter Arten. Neben ungünstigen
Wetterereignissen (Dürre) bei der Gewinnung von Saatgutmaterial stellen auch unterschiedliche
Entwicklungszyklen der Zielpflanzenarten eine Herausforderung dar. Für eine möglichst große Wirkung war eine Kombination von Methoden bzw. mehrere
Ausbringungen von Saatgutmischungen erforderlich, die zu unterschiedlichen Zeiten gewonnen wurden.
Sensibilisierung für das Projekt und Wissenstransfer
Einen wichtigen Platz im Projekt haben wir der Sensibilisierung und der fachlichen Unterstützung sowohl der Partnerbetriebe
als auch der breiteren Laien- und Fachöffentlichkeit gewidmet. Dabei standen die lokale Bevölkerung und die landwirtschaftlichen
Betriebe sowie junge Menschen im Vordergrund, die in Hochschulprogrammen in den Bereichen Landwirtschaft, Umweltplanung, Biologie usw. ausgebildet werden.
Schulungsprogramm für landwirtschaftliche Betriebe
Wir haben das gesamte Schulungsprogramm erfolgreich durchgeführt, mit dem wir zur Steigerung der
Kompetenzen der landwirtschaftlichen Betriebe im Bereich der Einrichtung, Erhaltung und nachhaltigen Nutzung
(halb-)trockener extensiver Wiesen sowie zu einer stärkeren Sensibilisierung für die Bedeutung und die Ökosystemleistungen dieser
Wiesen für die Landwirtschaft beigetragen haben.
Es wurden 3 Workshops mit insgesamt 9 Stunden zu folgenden Themen durchgeführt:
– Ansätze zur Einrichtung artenreicher Wiesen, wobei wir im ersten Teil die
Entstehung und Bedeutung artenreicher blühender Wiesen vorgestellt haben. Dies ist ein wichtiger erster Schritt, der zu einem
besseren Verständnis der Landwirte für dieses Thema führt (und sie voraussichtlich stärker zur aktiven
Teilnahme motiviert). Im zweiten Teil haben wir auch einige konkrete technische und technologische
Ansätze zur Einrichtung artenreicher Wiesen vorgestellt. Damit haben wir die Landwirte mit
Kenntnissen über die Art und Weise der Durchführung der im Projekt festgelegten Maßnahmen besser ausgestattet.
– Beispiele für Verfahren zur Wiedereinbringung von Pflanzenarten, wobei wir den Vertretern von KG und anderen aus
der interessierten Öffentlichkeit unser Projekt vorgestellt haben – Ziele, geplante und durchgeführte Maßnahmen sowie auch
die manuelle Aussaat einer handgepflückten Saatgutmischung auf einer Fläche gezeigt haben, die für die
Saatgutbank in-situ bestimmt ist.
– Nutzbarkeit von Pflanzenarten blühender Wiesen, wobei wir die Ökosystemleistungen
artenreicher Wiesen vorgestellt haben. Vorgestellt wurde ihr Nutzwert: Honigpflanzen für die
Bienentracht, Kulinarik, Heilpflanzen, Färberpflanzen, Tourismus, Bildung usw. an
Beispielen von Pflanzen von Wiesenflächen der Partnerbetriebe. In Verbindung mit der Verwendung von Pflanzen blühender
Wiesen für Ernährungs- und Heilzwecke haben wir die giftigsten Pflanzen vorgestellt, die wir
auf den Wiesen der Partnerbetriebe erfasst haben. Wir haben auch auf geschützte Pflanzen hingewiesen, die
auf den in das Projekt einbezogenen Flächen wachsen, und auf die damit verbundene Gesetzgebung. In der Schulung
haben wir den Einfluss der Erhöhung der Biodiversität auf den Futterwert der Grasnarbe vorgestellt, der es dem Landwirt ermöglichen wird, die für seine Bedürfnisse optimale Strategie und Ökosystemleistungen auszuwählen.
Wissenstransfer in die Praxis
Wir haben insgesamt 7 Workshops, Exkursionen bzw. Vorträge durchgeführt, die von verschiedenen Partnern durchgeführt wurden: Forschungs-,
Beratungs-, Bildungseinrichtungen sowie auch Partnerlandwirtschaftsbetriebe. Der Wissenstransfer war
für ein breites Spektrum von Zielgruppen bestimmt: andere landwirtschaftliche Betriebe, Fachleute aus dem Bereich
Landwirtschaft usw. Großen Wert haben wir auch auf die Ausbildung junger Menschen gelegt, da wir gleich drei Fachexkursionen
zu den Standorten der Durchführung des praktischen Tests des Projekts für Studenten durchgeführt haben, die in Programme
der Biotehniška fakulteta wie Agronomie und Landschaftsarchitektur eingebunden sind.
Über das Projekt und die Projektaktivitäten haben wir über verschiedene Kommunikationsmittel (soziale
Netzwerke, Websites, Printmedien, …) informiert, um eine möglichst breite Zielgruppe zu erreichen. Beim Wissenstransfer
in die Praxis und bei den Schulungen haben wir andere landwirtschaftliche Betriebe, Fachleute und
die übrige interessierte Öffentlichkeit aktiv in die gemeinsame Suche nach Lösungen einbezogen.
Im Laufe des Projekts wurden wir zur Vorstellung des Projekts eingeladen auf:
– 36. traditionellen Beratung der Öffentlichen Stelle für landwirtschaftliche Beratung in Organisation der Landwirtschafts-
und Forstkammer Sloweniens und des Ministeriums für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Ernährung,
– 6. Beratung über die Erhaltung und nachhaltige Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen und Workshop:
Identifizierung des Bedarfs an Saatgutmischungen aus artenreichen Wiesen, in Organisation der Öffentlichen Stelle für pflanzengenetische Bank und des Ministeriums für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Ernährung.
– Projekttreffen des Instituts der RS für Naturschutz – im Rahmen der Vorstellung externer
Projekte in der Zentraleinheit des ZRSVN in Ljubljana.
Im Rahmen der Verbreitung der Projektergebnisse haben wir drei öffentliche Veranstaltungen organisiert:
– praktische Vorführung der Projektergebnisse auf dem Partnerbauernhof Slavka Žagarja in Jugorje bei Metlika,
– Vorstellung der Projektergebnisse für landwirtschaftliche Betriebe im Besucherzentrum
Cerkniško jezero, Notranjski regijski park, Cerknica;
– praktischer Workshop und Vorstellung der Projektergebnisse auf dem Partnerbauernhof TK Pri
Andrejevih in Narin bei Pivka.
Die Ergebnisse des Projekts haben wir veröffentlicht in:
– Lokales Mitteilungsblatt Naš časopis, Mai 2024 (S. 17)
– Gemeindezeitung Slivniški pogledi, Juni 2024 (S. 37)
Die Ergebnisse sind auch auf unserer Projektunterseite verfügbar. Für eventuelle Fragen zum Thema oder zum
Projekt selbst stehen wir Ihnen auch nach Abschluss der Projektaktivitäten unter den angegebenen Kontaktdaten zur Verfügung.
Partnerschaft des Projekts
Das Projekt haben wir erfolgreich mit Darja Korelc und Mitarbeitern durchgeführt (Makrobios Panonija so.p., leitender Partner)
zusammen in enger Zusammenarbeit mit Dr. Filip Küzmič (Biologisches Institut Jovana Hadžija ZRC SAZU),
Dr. Klemen Eler, Dr. Helena Šircelj, Maruša Skubic, Dr. Boris Turk und David Lenarčič
(Biotehniška fakulteta UL, Abteilung für Agronomie), Eva Kobe, Matevž Podjed und Maja
Košuta (Notranjski regijski park), Jure Štanta (Vrtnarstvo Jure Štanta s.p.), Ožbet
Šteblaj (Inkluzivni park 1890 so.p.) Sašem Saksido und Sabino Povhe (Replika Invest d.o.o.) sowie
den übrigen landwirtschaftlichen Betrieben: Dr. Benjamin Leskovec (Kmetija Zaplana 1890), Jani
Frank mit Familie (Turistična kmetija Pri Andrejevih), Aljaž Bevkom mit Familie (Turistična
kmetija Široko), Slavkom Žagarjem (Kmetija Slavka Žagarja) und Tanjo Cerar mit Familie (Kmetija
Pr’Matet). In der ersten Hälfte des Projekts hat auch Vrtnar Jan, Jan Bizjak s.p., aktiv beigetragen. Bei der Verbreitung
der Ergebnisse hat auch das Društvo Ljubljanica, reka sedmerih imen, so.p., das im
öffentlichen Interesse im Bereich der Landwirtschaft und der Entwicklung des ländlichen Raums tätig ist, freiwillig mitgewirkt. Die eigene finanzielle Beteiligung des Partners ZRC
SAZU wurde von der Öffentlichen Agentur für wissenschaftliche Forschung und Innovation der Republik
Slowenien (Programm P1-0236) mitfinanziert.
Wir bedanken uns herzlich bei allen für ihren Beitrag und die qualitativ hochwertige Arbeit.
Das Projekt wird im Zeitraum 29. 6. 2021 – 29. 6. 2024 im Rahmen der Maßnahme M16 Zusammenarbeit des Programms zur Entwicklung des ländlichen Raums RS 2014-2020 im Rahmen der 4. JR Untermaßnahme 16.5 Unterstützung für gemeinsames Handeln zur Abschwächung des Klimawandelsoder Anpassung an ihn sowie für gemeinsame Ansätze für Umweltprojekte und ständige Umweltpraktiken imBereich der Forstwirtschaft und wird von derRepublik Slowenienund derEuropäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums mitfinanziert.